Beiträge, Artikel...

Mai 20th

Was ein Papa zu Geburt mit Doula sagt

Posted by with No Comments

Geplant war, dass der Papa bei der Geburt des zweiten Kindes nicht dabei sein würde, erst als wir direkt vor dem Krankenhaus standen, wünschte sich seine Frau doch sein Beisein und auch er entschied sich um und dafür. Und nun die Geschichte dazu. Die erste Geburt war ein Kaiserschnitt, der schon im frühen Geburtsstadium durchgeführt wurde. 
Als ich angerufen wurde und bei der Familie zu Hause ankam, lernte ich Gergo auch erst kennen, die Treffen vor der Geburt fanden ohne ihn statt. 
Es war also spannend für alle Beteiligten. Ihre große Tochter war auch dabei, Gergo kochte Tee und schnitt einen Apfel für seine Frau auf, kümmerte sich um die 5Jährige. Ihn nahm ich etwas nervös, aber auch positiv aufgeregt wahr, allerdings auch distanziert zu seiner Frau, es war einfach ein neues Erlebnis für ihn er war multitasking gefragt. 

Ich fand mich ein, was leicht war zu diesem Zeitpunkt von Geburt, massierte die Gebärende, unterhielt mich kurz mit ihr um einen Überblick zu haben, beobachtete, strickte, …
Mein Job ist es, Geburt als einen normalen, natürlichen Vorgang zu sehen der für mich persönlich etwas Heiliges ist und mit dieser Grundeinstellung als selbst geerdete Person zum Wohlbefinden der Mutter beizutragen und ihre Selbstbestimmung zu erhalten, sie zu bemuttern aber nicht zu stören. Das gleiche gilt dann für nahe Angehörige der Gebärenden, auch wenn diese nicht im Mittelpunkt stehen. Ich frage mich: Was brauchen sie? Wie kann ich sie (situationsbezogen) – im Fokus die werdende Mutter – einbeziehen oder entlasten oder mich zurücknehmen oder oder? Alles was der Mutter gut tut, wird ihrem Baby guttun aber auch ihrer nahestehenden Familie.

Bei dieser Geburt nun also zeigte ich Gergo wie er seine Frau wo massieren kann – wenn sie es möchte, wie er sie halten kann und ihr Halt geben kann. Je mehr er übernahm, umso näher kam er ihr und für mich war das ein wunderbarer Anblick, es war eine stundenlange friedliche Atmosphäre, in der wir kaum verbal kommunizierten, einfach da waren für die Mutter, Zeit hatten für das Ankommen des neuen Lebens und Ruhe für diesen initialen Vorgang. Körpersprache und Zeichen, knappe kurze Sätze genügten. So wurde er ungeplant eingebunden und zur Hauptbezugsperson für seine Frau, was für beide ein verbindendes und heilsames Erlebnis wurde. Ich durfte mit einem tiefen inneren Lächeln und Gänsehaut Zeuge dieser emotionalen Nähe werden, was sich auch nicht änderte als wir ins Krankenhaus fuhren und sich die Umstände (räumlich aber auch entscheidungstechnisch, s.o.) veränderten.

Die Hauptverursacherin dieses Friedens aber war und bleibt die Gebärende. Noch nie habe ich eine so in sich ruhende und zentrierte Frau während der Geburt erlebt, so bei sich. Schon sie zu sehen löste das Bedürfnis aus, sie nicht in ihrer Arbeit zu stören. Ich brauchte/durfte nun einfach nur mit meinem Ich-Sein an ihrer Seite sein, so ergab unser aller Beisein einen Kreislauf aus Mutter-Baby-Vater-Tochter-Doula mit dem Hauptgefühl: es ist alles genau richtig wie es ist, jeder hat seinen richtigen Platz. Einfach. Frieden.

Sohn Levente wurde auf Wunsch der Mutter – und wir unterstützten sie darin – völlig interventionsfrei mit wenigen kraftvollen Presswehen nach ausreichend langer friedlicher und komplikationsfreier Eröffnungsphase geboren. Eine so genannte *Traumgeburt* würden viele sagen. Ich weiß nur, für diese wunderbare Frau war es nach der ersten Geburt einfach ein tief heilsames Erlebnis, für das sie selbst die Verantwortung übernommen hatte. 

2Tage nach Geburt, als ich sie – wieder daheim bei ihnen – besuchte, stießen wir auf die neu geborene und sehr glückliche Familie an; ich sprach über mein Wahrnehmen und bedankte mich für ihr Vertrauen und ihr mich-teilhaben-lassen an ihrem privaten Ereignis.
Ich bin sehr angerührt von dieser Familie.
Danach sprach Gergo und ich bat ihn, es mir aufzuschreiben um es veröffentlichen zu dürfen. Er kam meiner Bitte gern nach:

“I didn’t know what exactly a Doula does, I just wanted, what my wife wants. But after this magically day, I know that a Doula is a very important person in this process, because she can make the atmosphere so calm and relaxed, (I almost fell asleep 🙂 ), and in this situation it can be really hard for her. (Note from me: no it is´nt hard for me, it is wonderful to see everyone can relax! 🙂 ) But she did it right, we were calm. She showed us how to live the moment nice, she showed me that this day is a really special moment, and can be lived right without stress.
I was teached by her, how to help my wife massage and others, and I could take a part of the labour.
I don’t really know just a Doula is the person we want in this situation or it is yourself, and you know what? It doesn’t matter.
We say a thanks for this magic, and I’m sure that You will be there in our next birth also.“ Gergo

„Ich wusste nicht, was eine Doula nun konkret macht. Ich wollte einfach, was meine Frau wollte. Aber nach diesem magischen Tag wusste ich, dass eine Doula eine sehr wichtige Person in diesem Prozess ist, weil sie die Athmosphäre so geerdet und entspannt gestaltet (ich fühlte mich selbst schlafend 🙂 ) und diese Situation kann sehr hart für sie sein. (Anmerkung von mir: Nein, es ist überhaupt nicht hart, es ist wunderbar zu sehen alle sind entspannt! 🙂 )
Aber sie tat es richtig, wir waren gelassen. Sie zeigte uns, wie man den Moment schön leben kann, sie zeigte mir, dass dieser Tag ein sehr spezieller Moment ist, den man auch gut ohne Stress leben kann.Sie zeigte mir, wie ich meine Frau massieren kann und andere Dinge, so konnte ich ein Teil der Wehenarbeit sein.
Ich wusste nicht, dass eine Doula die Person ist, die wir in dieser Situation dabei haben wollten oder bist du es selbst, weißt du was? Es macht nichts. Wir sagen Danke für diesen Zauber, und ich bin sicher du wirst auch bei unserer nächsten Geburt mit dabei sein.“

anita49

 


        Ich freue mich schon jetzt darauf! 🙂